Herero & Nama — 1904–1908

Statistiken

Hinweis: Die verschiedenen Diagramme zeigen Werte, die hauptsächlich aus externen Quellen stammen oder aus externen Daten berechnet wurden. Es kann sich daher um Näherungswerte handeln. Siehe auch Methodik für weitere Informationen.

Die folgenden Diagramme enthalten didaktische Werte (zu ergänzen durch eine belegte Tabelle). Die Visualisierungen geben eine Referenz an; zu methodischen Grenzen siehe Methodik.

Geschätzte Bevölkerungsentwicklung der Herero (1891–1911)

Quelle: Deutsche Kolonialvolkszählung 1911 (Bundesarchiv Berlin); Schätzungen für Vorkriegszeit bei Gewald (1999), Drechsler (1980), Zimmerer/Zeller (2003). Die Vorkriegszahlen sind Schätzungen und werden in der Forschung zwischen 60.000 und 100.000 diskutiert.
Hinweis: WICHTIG: Nur die Zahl von 1911 (15.130) ist eine direkt dokumentierte Volkszählung. Alle früheren Werte sind historiografische Schätzungen mit erheblichen Unsicherheitsspannen. Die Darstellung dient der Veranschaulichung des demografischen Einbruchs, nicht der pseudo-präzisen Quantifizierung.

Geschätzte Bevölkerungsentwicklung der Nama (1892–1911)

Quelle: Deutsche Kolonialvolkszählung 1911 (Bundesarchiv Berlin); Vorkriegsschätzungen bei Drechsler (1980), Hillebrecht in Zimmerer/Zeller (2003).
Hinweis: Auch hier ist der Wert von 1911 (ca. 9.781) die verlässlichste dokumentierte Zahl. Die Vorkriegszahlen sind Schätzungen. Der Rückgang um ca. 50% ist historisch gesichert; die genauen Zeitpunkte des Bevölkerungsrückgangs sind unsicher.

Geschätzte Spitzenbelegung der wichtigsten Konzentrationslager (1904–1907)

Quelle: Erichsen, Casper W. (2005): 'The Angel of Death Has Descended Violently among Them', Basler Afrika Bibliographien. Ergänzend: Zimmerer/Zeller (2003). Genaue Zahlen für einzelne Lager sind in vielen Fällen unsicher oder undokumentiert.
Hinweis: Diese Zahlen repräsentieren geschätzte Spitzenbelegungen, nicht dokumentierte Gesamtzahlen. Die Sterblichkeit schwankte zwischen Lagern stark: Shark Island gilt als tödlichstes Lager (geschätzte Sterblichkeit über 50–75%). Die Zahlen dienen der relativen Veranschaulichung; einzelne Quellen weichen teils erheblich voneinander ab.

Entwicklung der deutschen Truppenstärke in DSWA (1903–1908)

Quelle: Hull, Isabel V. (2005): 'Absolute Destruction', Cornell University Press; Bridgman (1981); Bundesarchiv-Militärarchiv Freiburg (Sekundärquellen). Genaue monatliche Stärken variieren je nach Quelle.
Hinweis: Die Zahlen zeigen den dramatischen Aufbau des deutschen Expeditionskorps zwischen 1904 und 1905. Der Höchststand von ca. 14.000–17.000 Soldaten in DSWA ist historisch gut belegt; die Monatswerte sind Schätzungen auf Basis verfügbarer Archivangaben.

Entwicklung der Landverteilung in DSWA — Einheimische vs. Siedlerland (ca. 1892–1913)

Quelle: Drechsler (1980); Bley (1968); Zimmerer/Zeller (2003). Genaue Landkataster-Daten sind für diesen Zeitraum nur fragmentarisch verfügbar; die Zahlen sind illustrative Schätzungen auf Basis bekannter Landenteignungsverordnungen.
Hinweis: DIDAKTISCHES DIAGRAMM: Diese Zahlen sind illustrativ und keine exakten Flächen-Messungen. Sie zeigen die Größenordnung der Landenteignung. Die tatsächlichen Verteilungen variierten stark nach Region. Das Diagramm dient dazu, die strukturelle Landenteignung als Prozess sichtbar zu machen.

Historiografische Schätzungen zur Opferzahl des Herero-Genozids

Quelle: Drechsler (1980); Bridgman (1981); Pool (1991); Gewald (1999); Zimmerer/Zeller (2003); Bevölkerungsrückgang nach Kolonialzählung 1911.
Hinweis: Dieses Diagramm visualisiert die Bandbreite historiografischer Schätzungen. Der Unterschied zwischen den Angaben spiegelt nicht nur methodische Differenzen wider, sondern auch unterschiedliche Definitionen: Direkte Kriegstote, Lagertote und durch Vertreibung/Verdursten Gestorbene werden je nach Autor unterschiedlich gewichtet. Pools niedrigere Schätzung basiert auf einer engeren Berechnungsmethode. Die 'maximale Diskrepanz' ist die errechnete Differenz aus Vorkriegsschätzung (80.000) und Zählung 1911 (15.130), also ca. 64.870 'fehlende' Personen — nicht alle davon zwingend Todesopfer, aber der größte Teil.

Geschätzte Gesamtzahl der Gefangenen in allen DSWA-Lagern (1904–1908)

Quelle: Erichsen (2005); Zimmerer/Zeller (2003). Gesamtschätzungen für alle Lager kombiniert; erhebliche Unsicherheiten aufgrund lückenhafter Lagerregister.
Hinweis: Diese Schätzungen beruhen auf partiellen Lagerregistern, Missionsberichten und militärischen Akten. Die sinkenden Zahlen ab 1906/1907 spiegeln hauptsächlich die Sterblichkeit wider, nicht Entlassungen. Der Rückgang bis 1908 ist auf das Sterben der Insassen und die Schließung von Lagern zurückzuführen.